Zahnersatz mit Schraubverschluss

Implantate sind künstliche Zähne, die im Kiefer verschraubt werden. Sie fühlen sich an wie die echten und können ein Leben lang halten.

Sind Zähne nicht mehr zu retten, muss Ersatz her. Entweder Sie wählen ein künstliches Gebiss, eine Brücke oder die elegante Lösung: ein Implantat. Solche Kunst-Stücke bestehen aus drei Teilen:

  • der Schraube
  • dem Verbindungsstück
  • der Krone

Die Schraube, die in den Knochen hinein gedreht wird, ersetzt die Zahnwurzel. Sie besteht meist aus Titan und ist 8 bis 16 Millimeter lang. Geformt ist sie wie ein Kegel oder ein Zylinder - beide Varianten gibt es -, mit und ohne Schraubgewinde. Sie ist Ihr eigentliches Implantat.

Das Verbindungsstück wird in die metallene Ersatzwurzel gesteckt, daran wird später der sichtbare künstliche Zahn befestigt. Dieser Pfosten besteht in der Regel ebenfalls aus Titan, manchmal auch aus Kermaik.

Die künstliche Zahnkrone wird auf dem Verbindungsstück befestigt. Sie besteht aus einem Metallkern und einer Hülle aus zahnfarbener Keramik. Auf das Verbindungsstück können aber auch Brücken oder Teilprothesen aufgesteckt werden.

Wenn es eilt: Kunst im Kiefer in 2 Wochen

Wenn Sie sich ein Implantat einpflanzen lassen wollen, müssen Sie etwas Zeit haben. Zunächst wird ein Loch in den Kieferknochen gebohrt - selbstverständlich unter örtlicher Betäubung - und dann die künstliche Zahnwurzel hineingedreht. Dann wird die Schleimhaut darüber genäht. Nach 8 bis 10 Wochen ist der Anker eingeheilt und fest mit Ihrem Kieferknochen verwachsen. Dann kann man das Verbindungsstück und den künstlichen Zahn aufsetzen.

Schneller geht es mit Sofort-Impantaten: Sie werden innerhalb weniger Tage eingesetzt. Schon nach 14 Tagen können Sie den künstlichen Zahn belasten. Studien zeigen, dass die schnelle Methode fast genau so gut funktioniert wie die herkömmliche Spät-Implantation. Über die Langzeit-Effekte ist allerdings noch nichts bekannt.

Knochensplitter können morsche Kiefer auffüllen

Ein Implantat können Sie sich nur einsetzen lassen, wenn Ihr Kiefer in Ordnung ist. Denn er muss das künstliche Gebilde halten. Er darf nicht entzündet sein und der Knochen muss fest genug sein. Häufig ist der hintere Oberkieferknochen nicht dicht genug. Dann kann man den Knochen verstärken, zum Beispiel mit Knochensplittern vom Kinn oder vom Unterkiefer. Nach ein paar Monaten ist der mürbe Kiefer fest.

Implantate eignen sich nicht für jeden. Bei Kindern und Jugendlichen wird davon abgeraten, da bei ihnen der Kiefer noch wächst. Bei manchen Erwachsenen ist der Kiefer auch zu schmal gebaut, der dünne Knochen würde nicht standhalten. Leiden Sie an Störungen der Blutgerinnung, an einer Immunschwäche, haben Sie Herzkreislauf-Beschwerden oder Erkrankungen des Stoffwechsels, müssen Sie mit Komplikationen rechnen.

Menschen mit Parodontitis haben möglicherweise nicht lange Freude an dem eingepflanzten Zahn. Denn das Zahnfleisch und der Knochen können sich trotz des Implantats wieder entzünden. Die Folgen: Der Kieferknochen baut sich weiter ab, der Kunst-Zahn hält nicht mehr.

Implantate sind besser als Brücken oder Prothesen

Brücken und Prothesen lassen den Kieferknochen schwinden, weil dort, wo die natürlichen Zähne fehlen, kein Druck mehr in den Kiefer geleitet wird. Implantate stimulieren den Knochen nach wie vor mit Druckreizen, der Kiefer schrumpft nicht. Zudem können Sie mit dem fest verankerten Zahn kräftig zubeißen, Ihre Aussprache ändert sich nicht. Das ist bei Prothesen oft anders, vor allem bei Vollprothesen. 90 Prozent der Impantate sind nach zehn Jahren noch voll belastbar.

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Ilker Sentürk

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